Fotografie

Photoshop vs. Photoshop Elements – Bildbearbeitung für Blogger

27. August 2015 | 11 Kommentare

Photoshop ist das Nonplusultra schlechthin, wenn es um professionelle Bildbearbeitung geht. Ich selber nutze Photoshop jetzt seit über 10 Jahren quasi täglich, angefangen bei Photoshop 7 bis hin zur mittlerweile aktuellen Version Photoshop CC.

Allerdings hat Photoshop auch einen stolzen Preis – mittlerweile gibt es nur noch die Cloud-Version, bei der man die Software als monatliches Abo bezieht. Im Rahmen des Fotografie-Programms zahle ich für Photoshop und Lightroom zusammen rund 12 € pro Monat. Das läppert sich.

Gerade, wenn man Photoshop nur ab und an mal braucht, beispielsweise um Bilder für den Blog fertigzumachen, sind günstigere Alternativen eine Überlegung wert. Ebenfalls aus dem Hause Adobe kommt da zum Beispiel die abgespeckte Version von Photoshop, Photoshop Elements, für derzeit gerade mal knapp 80 Euro Einmalpreis (bzw. knapp 60 € als Jahresabonnement, wenn du lieber die Cloud-Version nutzen möchtest).

Lohnt sich das? Kann Elements genug, oder ist das so ein Vertreter aus der Kategorie „Wer billig kauft, kauft zweimal“? – Immerhin wurde Photoshop Elements beim Vergleichsportal netzsieger.de auf Platz 1 der Kundenbewertungen gewählt.

Photoshop Elements 13 im Test

Ich habe mir die aktuelle Version von Photoshop Elements also mal näher angesehen. Praktischerweise kann man Elements nämlich ebenso wie alle anderen Adobe-Programme einen Monat lang kostenlos ausprobieren.

Dabei habe ich die typischen Anforderungen getestet, die ein „normaler“ Blogger ;) so hat:

  • Bilder verwalten
  • Fotos verkleinern und für den Blog, facebook, Pinterest usw. vorbereiten
  • Helligkeit & Kontrast anpassen
  • Farben anpassen
  • nachschärfen
  • Retusche von Hautunreinheiten, Kratzern in der Tischplatte etc.
  • Wasserzeichen & Metadaten hinzufügen
  • Schriftzüge setzen – für beschriftete Bilder, Headergrafiken, Buttons etc.

Los geht’s!

Beim Starten kannst du dir entweder den Organizer oder den Fotoeditor auswählen. Während der Editor für das Bearbeiten zuständig ist, entspricht der Organizer quasi Bridge oder Lightroom und dient der Verwaltung der Fotos.

Bilder verwalten mit dem Organizer

Ich habe mit dem Organizer begonnen und testweise meine Bilder des letzten Monats importiert (ich lege meine Fotos immer in monats- und jahresbasierten Ordnern auf der Festplatte ab). Ebenso kannst du natürlich auch Fotos von externen Quellen wie einer Speicherkarte importieren.

Der Organizer von Photoshop Elements 13
Der Organizer von Photoshop Elements 13

Das Importieren lief soweit problemlos.

Ähnlich wie in Lightroom gibt es auf der linken Seite eine Übersicht über die jeweilige Verzeichnisstruktur, rechts finden sich ein paar Werkzeuge für grundlegende Korrekturen wie Größe / Zuschnitt, Kontrast oder das Entfernen von rot geblitzten Augen.

Deine Bilder organisieren…

Hier reicht der Organizer gut an seinen großen Bruder Lightroom heran: sofern deine Kamera die Bilder nicht ohnehin schon von vornherein mit Geo-Informationen anreichert, kannst du die Bilder manuell Orten zuordnen. Abgebildeten Personen kannst du Namen zuweisen – die Gesichtserkennung funktioniert ziemlich gut, sodass sie auf künftigen Fotos direkt wiedererkannt werden. Verschlagworten lassen sich die Bilder natürlich auch.
Zudem kannst du entweder eigene Ereignisse erstellen oder mit Smart-Ereignissen arbeiten, d.h. etwa alle Fotos eines Tages als ein bestimmtes Event ablegen.

Anschließend kannst du deine Fotos anhand dieser Kritierien sortiert anzeigen lassen. Gerade das Sortieren nach Personen und Orten finde ich sehr praktisch – wer kennt das nicht, dass man sich regelmäßig einen Wolf sucht, wenn man doch weiß, jemandem doch schon irgendwann mal fotografiert zu haben…

Eine detailliertere Einführung, wie du deine Fotos mit Hilfe von Organzier verwalten kannst, findest du bei Andrea von lichtkonfetti: Digitale Ordnung: Bilderverwaltung mit Photoshop Elements Organizer

… und korrigieren

Das Korrigieren der Fotos in Organizer fällt im Vergleich zu Lightroom jedoch deutlich ab.

Es gibt viel weniger Werkzeuge, und für die Entwicklung von RAW-Dateien ist Organizer nicht gut aufgestellt. Änderst du nämlich irgendetwas in einer RAW-Datei, können die Änderungen nur als JPEG gespeichert werden – Lightroom hingegen speichert alle Änderungen als Meta-Information und verändert die Ursprungsdatei dabei nicht.

Für die Bearbeitung der Bilder ist eindeutig der Fotoeditor gedacht.

Fotos bearbeiten mit dem Fotoeditor

Kommen wir also zum zweiten Bestandteil von Photoshop Elements, dem Editor.

Am oberen Rand des Editors kann man zwischen drei verschiedenen Ansichten umschalten: Schnell, Assistent oder Experte. Je nachdem nimmt die Komplexität der angezeigten Menüs zu – es wird also potentiell verwirrender, bietet dann aber natürlich auch mehr Möglichkeiten.

Die Schnell-Ansicht hilft Neulingen

Für Einsteiger in Sachen Bildbearbeitung ist die Schnell-Ansicht hilfreich: eine aufgeräumte und intuitiv zu benutzende Oberfläche, nicht überfrachtet mit Möglichkeiten. In der Mitte kann man entweder nur das Bild anzeigen lassen oder auch eine Vorher-Nachher-Ansicht, sodass man die Bearbeitungsschritte direkt mit dem Original vergleichen kann.

Photoshop Elements 13

Rechts befindet sich die Menüleiste mit verschiedenen Optionen wie Belichtung, Farbe oder Schärfen. Hier kannst du jeweils entweder einen Schieberegler betätigen oder eines von rund neun Beispielbildern anklicken, die eine jeweils andere Intensität haben. Sehr praktisch, weil du immer direkt das Ergebnis siehst.

For Fortgeschrittene: der Expertenmodus

Die Ansichten „Schnell“ und „Assistent“ sind für die Fotobearbeitung ausgerichtet. Willst du Grafiken erstellen, beispielsweise ein Banner mit einer Hintergrundfarbe und einem Text, musst du in den Expertenmodus wechseln. Dieseer bietet eine Werkzeugpalette ähnlich wie Photoshop.

Du kannst hier mit Ebenen arbeiten, Text und Formen einfügen und anschließend transformieren. In Sachen fortgeschrittener Bildbearbeitung kannst du störende Elemente aus Bildern herausretuschieren, die Farben anpassen, dein Foto nachschärfen und so weiter. Hier habe ich nichts vermisst!

Auch das Erstellen und Einfügen von Wasserzeichen mit Logos über das Pinselwerkzeug geht problemlos:

Adobe Photoshop Elements 13

Letztlich war ich überrascht, wie viele Funktionen Elements bietet! Soviel hätte ich dem kleinen Bruder von Photoshop vorher gar nicht zugetraut. ;)

Vergeblich gesucht habe ich allerdings die Gradiationskurve, die lässt sich in Elements anscheinend nicht so detailliert anfassen wie in Photoshop.
Ebenfalls verzichten muss man auf die Objektivkorrektur – gerade bei der Sony a6000 nutze ich die in meinem normalen Workflow in Lightroom, um objektivbedinge Verzerrungen zu korrigieren.

Hilfreich für Umsteiger zwischen beiden System ist übrigens, dass viele Tastenkombinationen übereinstimmen (wobei du in Elements jedoch keine eigenen Tastaturkürzel hinterlegen kannst).

Anbindung an Social Media-Plattformen

Als Blogger ist man in der Regel auch auf facebook unterwegs und erstellt ab und an auch mal ein neues Titelfoto. Hierfür wartet Elements mit einem eigenen Template auf, das nicht nur das richtige Format hat, sondern auch direkt den Platz für das Profilfoto ausspart.

Adobe Photoshop CC vs. Photoshop Elements 13

Über ein paar Klicks kannst du die gewünschten Fotos einfügen, ihre Größe und Position verändern – und das Ergebnis sogar direkt aus Elements heraus auf facebook hochladen.
Das ist eine praktische Sache, die gleiche Funktionalität könnte ich mir auch für andere Social Media-Plattformen vorstellen.

Grundsätzlich lassen sich in Elements geöffnete Bilder aus dem Programm heraus auf facebook, flickr und Twitter hochladen.

Fazit

Elements kann verdammt viel! Klar, dass das große Photoshop und Lightroom noch ein paar Funktionen mehr haben, aber die dürften in den meisten Fällen von „Otto Normalblogger“ ;) ohnehin nicht genutzt werden. Photoshop Elements richtet sich an Hobbyfotografen und kommt mit einer sehr aufgeräumten Oberfläche daher, mit der du auch ohne Vorkenntnisse direkt loslegen kannst und trotzdem erstaunlich viel aus deinen Bildern rausholen kannst.
Photoshop Elements vereint also die grundlegenden Funktionalitäten von Photoshop und Lightroom, und das zu einem durchaus erschwinglichen Preis.

Bist du neugierig geworden? – Wie alle Adobe-Produkte, kannst du auch Elements 30 Tage lang kostenlos testen.

Mit welchem Programm bearbeitest du deine Bilder? Hast du vielleicht Erfahrung mit Photoshop Elements und kannst noch irgendetwas ergänzen? :)

Do it yourself

{Kartengebastel} Gerahmte Portraits

23. August 2015 | 4 Kommentare

Eigentlich sind es ja gar keine klassischen Karten, was ich da diesmal gebastelt habe, sondern mehr zum Hinstellen und / oder Einrahmen gedachte Collagen. :)

Heute gehen wir mit meiner großen Schwester in der Eisdiele – da wir uns seit unserer Hochzeit nicht mehr gesehen haben, kann ich ihr jetzt endlich ein paar der Fotos mitbringen, auf denen sie drauf ist.
Eine Aufnahme von unserem Fotografen, wo wir beiden mit Zylinder und Brautschleier zusammen mit Nala posiert haben, und ein Portrait, was ich von ihr aufgenommen habe. (Ja, ich war die Braut, die selbst auf ihrer eigenen Hochzeit die Spiegelreflex nicht in der Tasche lassen konnte. Herzblutfotografin. :p )

Alldieweil ich in Bastellaune war, habe ich die Fotos noch etwas verziert.

(Dass die Bilder im Gesicht teilweise unscharf verwischt sind, habe ich logischerweise nur für’s Herzeigen auf dem Blog so gephotoshoppt – Privatsphäre und so. ;) )

Die Fotos selber haben das Format 10 x 15cm. Aus verschiedenfarbigen Kartons habe ich Hintergründe zurechtgeschnitten – in der Größe 13 x 18cm. Damit passen die Bilder weiterhin in gängige Bilderrahmen.

In Sachen Karton habe ich mich für das Set Neutrals Collection von Stampin Up! entschieden, was in Grau- und Brauntönen gehalten ist.

Zuerst habe ich aus einem sandbraunen Bogen zwei Stücke in 13 x 18cm zurechtgeschnitten. Da ich insgesamt dreilagig arbeiten wollte, habe ich als nächstes jeweils ein Stück Flüsterweiß und ein Stück dunkelbrauner Pappe in 11,5 x 16,5 cm zugeschnitten.

Karte No. 1

Fangen wir mit dem Flüsterweiß an:

Hierauf habe ich mit einem meiner liebsten Stempel, einer Blüte aus dem Set Flower Shop, einen Rand im Farbton Savanne gestempelt. Ich mag diese Farbe ohnehin sehr gern, und hier passt sie wunderbar, weil sie auch im Foto vorkommt.

Kartengebastel: Bilderrahmen

Anschließend habe ich das Bild mit Hilfe von Fotostickern befestigt…

Kartengebastel: Bilderrahmen

… und dann den weißen Karton mitsamt Foto wiederum auf dem sandfarbenen Karton:

Kartengebastel: Bilderrahmen

Als nächstes kamen noch ein paar Akzente an die Reihe.

Dafür habe ich mit einem Handstanzer, den ich irgendwann mal im Bastelladen erstanden habe, einige Herzchen aus Resten des weißen und sandfarbenen Kartons ausgestanzt und aufgeklebt:

Kartengebastel: Bilderrahmen

Voilà, das war die erste Karte. :)

… und Karte No. 2

Die andere Karte sollte optisch natürlich zur ersten passen, ich wollte sie aber nicht genau gleich gestalten.

Auch hierfür habe ich mir also zunächst wieder einen Karton im Format 11,5 x 16,cm zurechtgeschnitten, diesmal allerdings in einem dunkelbraunen Farbton. Der Hintergrund des Fotos ist ja schon sehr hell, sodass ich hier gerne einen Kontrast schaffen wollte.

Anschließend durfte die Eckenstanze zum Einsatz kommen, die ich letztes Jahr mal bei HEMA bestellt habe:

Kartengebastel: Bilderrahmen

Diesmal habe ich die Blumen auf den sandfarbenen, größeren Karton gestempelt:

Kartengebastel: Bilderrahmen

Es ist nicht genau der gleiche Stempel, weil mir das zu langweilig geworden wäre, aber trotzdem wird der Stil der ersten Karte aufgegriffen.

Auch die Ecken des Fotos habe ich gestanzt:

Kartengebastel: Bilderrahmen

Das Spiel mit dem dreilagigen Aufkleben kennen wir ja jetzt schon…

Kartengebastel: Bilderrahmen

Die obere linke Ecke wirkte noch recht kahl.
Daher habe ich mir die Big Shot und eine Thinlit-Stanzform geschnappt und kurzerhand eine Blüte ausgestanzt:

Kartengebastel: Bilderrahmen - Stanzen mit der Big Shot

Kartengebastel: Bilderrahmen - Stanzen mit der Big Shot

Diese Blüte habe ich vorsichtig mit Kleber befestigt und das „Loch“ in der Mitte anschließend mit einem weiteren ausgestanzten Herzchen kaschiert, das ich mit einem Dimensional-Klebepunkt aufgeklebt habe. Zu guter Letzt kam dann noch ein Filzaufkleber drauf, der den Farbton der Jacke aufgreift:

Kartengebastel: Bilderrahmen

Kartengebastel: Bilderrahmen

Es hat mal wieder viel Spaß gemacht, mit den Stempeln und Stanzen zu basteln… und es muss ja nicht immer die klassische Klappkarte sein. :)