Fotografie

{Magic Letters} j wie jetzt

26. Mai 2015 | 3 Kommentare

Das rechte Auge leicht zusammengekniffen, beobachte ich die Situation mit dem anderen Auge durch den Sucher der Kamera. Das Objektiv ruht schwer auf meiner linken Hand, mein Atem geht ruhig und gleichmäßig. Instinktiv scrolle ich mit dem rechten Zeigefinger auf dem Rädchen am oberen Rand des Kameragehäuses hin und her und lasse so den rot leuchtenden Fokuspunkt den Bewegungen des Motivs folgen… warte auf diese kleine Drehung zu mir hin, bis das Bild perfekt wäre… “Jetzt!” – Mit einem satten Klacken löst die Kamera aus und fängt den Moment ein.

Magic Letters - j wie jetzt

Tiere sind Momentmodels.
Man kann sie nicht bitten, diese oder jene Bewegung nochmal zu wiederholen, mal eben stillzuhalten und doch bitte nochmal genau in jene Richtung zu schauen. Man kann sie beeinflussen, ja, bis zu einem gewissen Grad. Mit Schnalzen, mit Futter, mit Kommandos bei Haustieren – aber kein Tier wird eine Pose für die Kamera einnehmen.

Jeder Moment geschieht nur für sich. Und wenn man schnell genug ist, mit Fingerspitzengefühl und manchmal auch ein bisschen Glück, kann man ihn zumindest in einer Fotografie festhalten.

Magic Letters - j wie jetzt

“Jetzt” spielt an, auf die Vergänglichkeit des Lebens, jedes einzelnen Moments, aus denen sich die Zeit zusammensetzt.
Magic Letters: J | episoden-film

Magic Letters - j wie jetzt

(Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich von “h” direkt zu “j” gesprungen bin und mein Beitrag zum Thema “i wie innen” noch aussteht. Steht noch auf meiner Liste… diesmal hatte ich binnen der üblichen zwei Wochen weder Zeit, noch Muße gefunden. :/ )

Projekt Hausbau

… und dann haben wir den Architekten geschasst.

25. Mai 2015 | 10 Kommentare

Endlich mal wieder ein Haus-Update! :)
In den letzten Wochen mussten wir uns ja hauptsächlich in Geduld üben, weil wir warteten:

  • Wir warteten auf den Vermesser, alldieweil wir ein bestehendes Flurstück kaufen plus ein Stück von dem Flurstück nebendran, sodass das Grundstück neu vermessen werden muss.
  • Wir warteten auf den Bodengutachter, weil ohne so einen geotechnischen Bericht weder der Kellerbauer, noch der Fertighaushersteller Danhaus loslegen können und wollen.
    Nicht zuletzt würde erst dieses Gutachten zeigen, ob wir überhaupt unterkellern dürfen – Stichwort Wasserschutzgebiet und Grundwasserspiegel, den man dort nicht absenken darf.
  • Letztlich warteten wir vor allem auch auf den Architekten, und auf den warteten wir oft und wegen x verschiedener Sachen und… long story short: nach zwei entnervten Monaten haben wir Danhaus gebeten, mit einem anderen Architekten zusammenarbeiten zu können.

Den Architekt hat Danhaus vermittelt, und unsere (wirklich sehr sympathische!) Ansprechpartnerin dort wies uns im Vorfeld schon mal darauf hin, dass man sich den Architekten warm halten solle, ihn aber ab und an auch mal dezent treten müsse.
Das ist übrigens auch der Tenor, den ich aus den diversen Baublogs herausgehört habe, die ich mittlerweile alle verschlungen habe – egal von welchem der vielen Fertighaushersteller.

So weit, so gut.

Ich habe viel Verständnis für volle Terminkalender. Wir sind schließlich nicht die Einzigen, die bauen. Und da insbesondere Anträge und Genehmigungen durch x verschiedene Hände gehen müssen, dauern einige Dinge einfach ihre Zeit. Doof, ist aber halt so.

Wofür ich allerdings absolut kein Verständnis habe: Vogel-Strauß-Politik. Nicht auf Fragen eingehen. Emails unbeantwortet lassen. Dinge verschludern. Nicht telefonieren wollen.
Auch wenn jemand viel zu tun hat, die zwei Minuten für einen “Melde mich später”-Zweizeiler müssen binnen drei Tagen doch einfach drin sein. Und für urlaubsbedingte Abwesenheit gibt es Autoresponder, die einen genau darüber informieren.
Sich aber einfach gar nicht zu melden, finde ich höchst unprofessionell – und wenig vertrauenserweckend. Vor allem bei einem Projekt, das mal locker einen sechsstelligen Betrag verschlingt…

Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen, ist, sie lange warten zu lassen.
Nietzsche

Zwei Monate lang ging das jetzt so – und ich habe mich zunehmend unwohl gefühlt bei dem Gedanken, dass dieser Mensch mit uns unser Haus planen soll. Ich hatte schlichtweg kein Vertrauen mehr, nur Bauchschmerzen.
Dem Besten erging es ähnlich, und letztlich haben wir Danhaus letzte Woche um einen anderen Architekten gebeten. In Anbetracht der mittlerweile ellenlangen Liste von Dingen, die mit diesem Architekten schiefgelaufen sind, hatte man dort Verständnis für unsere Entscheidung und wir bekamen einen neuen Architekten.

Und was soll ich sagen? Innerhalb von 24 Stunden hat dieser neue Architekt schon mehr getan als sein Vorgänger in den ganzen zwei Monaten! Er hat sich direkt am ersten Tag mit den Unterlagen vertraut gemacht, hat von sich aus mit Ämtern telefoniert, hat sich mit uns in Verbindung gesetzt und sich erkundigt, welche Pläne wir für die Platzierung von Haus und Garage haben, und so weiter. Hach! :)

Dieses ganze Theater mit dem Architekten hatte mich in der letzten Zeit ganz schön angekekst und es fühlte sich immer unwahrscheinlicher an, dass wir da jemals wirklich ein Haus bauen würden.
Der Wechsel des Architekten hat uns da endlich wieder mehr 25gegeben!

Nachdem mittlerweile der Vermesser fertig geworden ist und wir auch das Bodengutachten haben, steht der konkreten Planung nichts mehr im Wege: sobald wie möglich treffen wir uns mit dem Architekten vor Ort auf dem Grundstück.
Ich bin schon sehr gespannt, was der Fachmann zu unseren “Platzierungsentwürfen” sagt – wir haben ja zum Glück keine Auflagen, was wo stehen muss (in manchen Baugebieten ist ja sogar der Standort der Mülltonnen vorgegeben oO ).

Dem Bodengutachten widme ich übrigens noch einen eigenen Beitrag.
Also – Daumen drücken, dass mit dem Architekten jetzt alles besser läuft! Sobald es etwas Neues gibt, berichte ich. :)