Farbkontraste

Beim Erstellen eines Layouts oder einer Grafik hast du sicher – wenn vielleicht auch eher unterbewusst – darauf geachtet, ob du mit starken Kontrasten arbeiten möchtest oder eher nicht, und was für Kontraste es sein sollen, welche Farben du einsetzt.
Denn Kontraste lösen beim Betrachter die unterschiedlichsten Stimmungen und Empfindungen aus, je nachdem, um welche Farben und um welche Kontrastart es sich handelt.

Simultankontrast

Simultankontrast 1 Was ein Simultankontrast ist, siehst du, wenn du ein und die selbe Farbe einmal vor einem hellen und dann vor einem dunklen Hintergrund betrachtest – vor einem hellen Hintergrund wirkt sie dunkler, während ein dunkler Hintergrund sie heller erscheinen lässt.

Das gleiche Phänomen tritt auf, wenn du zum Beispiel ein oranges Kästchen auf einen gelben Hintergrund setzt – es wirkt rötlich. Auf einem roten Hintergrund hingegen erscheint es eher gelblich.
Simultankontrast 2 Dies liegt daran, dass das menschliche Auge die Farben nicht exakt entsprechend ihrer physikalischen Eigenschaften wahrnimmt, sondern vor allem Unterschiede zur Umgebung deutlich macht – und somit unsere Wahrnehmung von Farben beeinflusst wird.

Farbe-an-sich-Kontrast

Farbe-an-sich-KontrastDer Farbe-an-sich-Kontrast ist immer gegeben, wenn zwei Farben nebeneinander liegen: unabhängig davon ,um welche Farben es sich handelt, bezeichnet er ihren Kontrast zueinander. Am stärksten wird dieser, wenn man die drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau nebeneinander legt.

Komplementärkontrast

KomplementärkontrastJedes Farbmodell, egal ob L*A*B, RGB, CMYK oder wie sie alle heißen, kann man sämtliche Farben durch einen Farbkreis darstellen. Die beiden Töne, die sich jeweils gegenüberliegen, bezeichnet man als Komplementärfarben.
Diese beiden Farben ergeben jeweils den inensivsten Kontrast – im Farbkasten wären dies zum Beispiel Blau und Orange oder Rot und Grün.

Warm-Kalt-Kontrast

Warm-Kalt-Kontrast Die Bezeichnung dieses Kontrastes ist eigentlich selbsterklärend: er entsteht, wenn man eine warme und eine kalte Farbe nebeneinandersetzt, zum Beispiel Gelb und Blau. Dabei bestärken sich beide Farben gegenseitig in ihrer Wirkung: das Blau wirkt noch kälter, als wenn es alleine stünde, und das Gelb noch wärmer.

Unbunt-Bunt-Kontrast

Unbunt-Bunt-KontrastAls sogenannte unbunte Farben bezeichnet man Schwarz, Weiß und alle dazwischen liegenden Grautöne. Dementsprechend setzt sich ein Unbunt-Bunt-Kontrast aus der Kombination einer unbunten Farbe mit irgendeiner anderen Farbe zusammen.
Dieser Kontrast wirkt vor allem dann besonders stark, wenn es sich bei der bunten Farbe um eine sehr gesättigte, sehr intensive Farbe handelt – also eher ein greller Pinkton als ein blasses Rosa.

Hell-Dunkel-Kontrast

Hell-Dunkel-KontrastBei diesem Kontrasttyp spielt es in erster Linie keine Rolle, welche Farbtöne zum Einsatz kommen, auch nicht, ob sie bunt oder unbunt sind – hier ist allein die Helligkeit entscheidend. Daraus folgt natürlich auch, dass bei einem Bild gleichzeitig zum Beispiel ein Unbunt-Bunt-Kontrast vorliegen kann, wie auch ein Hell-Dunkel-Kontrast.
Ein eher geringer Hell-Dunkel-Kontrast wirkt in der Regel harmonischer als ein starker Kontrast – dieser hingegen verleiht einem Bild dadurch Plastizität, dass dunkle Farben eher in den Hintergrund rücken und helle Farben in den Bildvordergrund streben.

Qualitäts-/Intensitätskontrast

QualitätskontrastDer Qualitätskontrast, den man auch als Intensitätskontrast bezeichnet, entsteht, wenn man eine reinbunte, intensive Farbe derselben Farbe gegenübersetzt, die entweder mit der jeweiligen Komplementärfarbe oder mit Schwarz gemischt wurde.

Quantitätskontrast

QuantitätskontrastAls letztes wäre nun noch der Quantitätskontrast zu erwähnen: hier sind die jeweiligen Flächenverhältnisse der kombinierten Farben entscheidend. Es gibt hierbei bestimmte Verhältnisse und Kombinationen, die harmonisch erscheinen:
so ergeben ein Drittel Orange zusammen mit zwei Dritteln Blau ein ebenso ausgewogenes Bild wie ein Teil Gelb mit drei Teilen Violett; Rot und Grün sind sich „ebenbürtig“ und entsprechen sich in gleichen Teilen.

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