Von zahllosen Legenden und Heldensagen über tapfere Programmierer ist es umgeben, von hinter der Hand gemurmelten Schauermärchen ebenso wie von deftigen Flüchen: die Rede ist von Typo 3. *g*
Für umfangreiche Seiten, die ein performantes Redaktionssystem benötigen, ist Typo sicherlich das Content Management System der ersten Wahl. Von ausgeklügelter User- und Seitenverwaltung bis hin zu einer eigenen Bildverarbeitung kann es so ziemlich alles, was das Herz begehrt.
In diesem Tutorial wird gezeigt, wie ihr Typo3 auf eurem Server installiert. Zur Benutzung und Einrichtung folgen dann weitere Tutorials. :-)
Voraussetzungen
Euer Webspace muss PHP unterstützen und über eine MySQL-Datenbank verfügen. Der SafeMode sollte auf off gesetzt sein, und ImageMagick muss installiert sein. Ob dies der Fall ist, könnt ihr ganz einfach mit Hilfe von phpinfo() herausfinden – hier findet ihr ein Tutorial dazu. :-)
die benötigten Pakete
Zunächst müsst ihr euch natürlich die nötigen Dateien besorgen, die ihr auf der Seite typo3.org/download/packages/ bekommt. Herunterladen müsst ihr euch zwei Pakete, sowohl die TYPO3-Source als auch den TYPO3-Dummy. Praktischerweise gibt es auch einen Download, der bereits beide Pakete enthält. Sofern euer Server über SSH verfügt, könnt ihr die tar.gz-Variante der Pakete wählen und sie direkt auf dem Server entpacken, andernfalls wählt ihr die Zip-Archive, entpackt sie auf eurem Rechner und ladet sie dann ganz normal auf den Server, beispielsweise in das Verzeichnis /typo.
Ein Hinweis zu den Paketen: die Source benötigt ihr auf jeden Fall. Das Dummy-Package ist notwendig, um überhaupt zumindest eine leere Seite generieren zu können, ohne diese Basis geht gar nichts. Alternativ zum Dummy-Paket könnt ihr euch aber auch das Quickstart-Paket schnappen, das bereits eine Testseite ausgibt.
Einer der Vorteile von Typo ist, dass auf einem Server verschiedene Typo-Webseiten gleichzeitig aufgesetzt sein können. Diese können sich alle die gleiche Source teilen, benötigen also jeweils nur noch einen Dummy.
Rechte setzen
Als nächstes müsst ihr via CHMOD die Rechte einiger Verzeichnisse auf 777 ändern.
- fileadmin
- typo3/ext
- typo3conf
- typo3temp
- uploads
Außerdem benötigt die Datei typo3conf/localconf.php 777.
das Install-Tool aktivieren
Typo bietet einen Installationsassistenten, sodass ihr eurer System durch einige Browsereingaben einrichten könnt. Dieses Tool ist aus Sicherheitsgründen allerdings standardmäßig deaktiviert. Um dies zu ändern, müsst ihr einfach eine leere Datei namens ENABLE_INSTALL_TOOL in das Verzeichnis /typo3conf laden. Dazu speichert ihr eine leere Datei als ENABLE_INSTALL_TOOL.txt ab, ladet sie auf den Server und ändert dort dann den Namen der Datei, indem ihr das “.txt” (also die Endung mitsamt dem Punkt!) entfernt.
der Installationsassistent
Wenn ihr nun http://euredomain.de/typo (oder wie auch immer der Pfad des Verzeichnisses bei euch heißt, in das ihr die Typo-Dateien geladen habt), gelangt ihr zum Installationsassistenten. Dieser führt euch in drei Schritten durch die Installation, die eigentlich selbsterklärend sind.
Wenn alles geklappt hat, belohnt euch folgende Meldung:
Juchuh! \o/
Jetzt seid ihr im eigentlichen Install-Tool angelangt, in dem man sich von den ganzen Einstellungsmöglichkeiten erstmal erschlagen fühlen kann. ;-) Zuerst solltet ihr das Passwort ändern. Hierbei handelt es sich nicht um das Passwort des Admin-Accounts, sondern lediglich um das Installationspasswort.
Dann könnt ihr verschiedenste Konfigurationen durchführen… die meisten könnt ihr aber bei den Standardeinstellungen belassen.
In das Backend gelangt ihr über http://euredomain.de/typo/typo3 – die Standard-Zugangsdaten lauten “admin” und “password”. Hier im Backend wird euch auch gesagt, was ihr als nächstes tun solltet:
- Einen neuen Account anlegen und dann den Standard-Adminaccount löschen oder sowohl den Usernamen, als auch das Passwort des Adminaccounts ändern.
- Den Installationsassistenten wieder deaktivieren, indem ihr die Datei ENABLE_INSTALL_TOOL löscht.
Wenn ihr das getan habt, kann’s losgehen… wie ihr eure Seiten nun anlegt, ihr Aussehen konfiguriert, Benutzer verwaltet und derlei mehr gibt’s dann in den nächsten Tutorials. :-)

Du bist ja auch nachtaktiv;-)
Sehr schön und passend. Ich wollte mich demnächst mal mit Typo3 beschäftigen, hatte auch schon mir da etwas heruntergeladen und wusste nicht welches von den Pakten ich nehmen soll. Somit hat sich das ja erledigt.
Allerdings ist mit das nicht so klar. Diese Source ist so ne Art Funktionsumfang? Und jeder Dummy erzeugt ne eigenständige Webseite?
Da du ja schon mal mit Ubuntu gearbeitet hast, frag ich mal, was du für Editoren genutzt hast. Ich bin gerade auf der Suche nach einem, der mir gefällt. Einiges ist mir zu viel Schnickschnack. Im Moment arbeite ich wieder mit dem vorinstallierten gedit.
Hihi, wenn man tagsüber nicht dazu kommt, ja… ;-)
Und gerade muss ich ja erstmal ein ganzes Wochenende ohne Internet nachholen. :D
Die Source beinhaltet diejenigen Dateien, die bei allen Webseiten gleich sein werden. Dadurch muss man dann zum Beispiel auch nur ein einziges Update für sämtliche Webauftritte durchführen. Und die Dummies sind dann für jede einzelne Webseite verschieden, ja. :-)
Unter Ubuntu hatte ich Nedit verwendet, der ist mir eigentlich als ganz gut in Erinnerung geblieben.
Lieben Gruß
Typo3 hatte ich auch in der engeren Auswahl, was meine Homepage betrifft, aber ist dann ausgeschieden (ziemlich schnell), weil es einfach viel zu umfangreich ist. Ich möchte ja eigentlich nichtmal News-Einträge schreiben [umfangreiche *g*].
Finde es aber gut, dass du ein Tutorial geschrieben hast dazu.
Freue mich immer, wenn es hier neue Einträge gibt :D
LG,
Flügel
Das Problem mit TYPO3 ist in vielen Fällen die erschlagende Adminoberfläche. Außerdem passen komischerweise in den seltensten Fällen die zusätzlichen Extensions, sodass hier im besten Falle “nur” die Template angepasst werden – im schlimmsten wird eine Eigenentwicklung fällig. Zudem ist die Lernkurve sehr Steil und nicht grad kurz.
Wer jedoch irgendwann TYPO3 beherscht, der hat auf lange Sicht ein gutes Werkzeug an der Hand. Ich persönlich kenne kein besseres das so vielfältig und flexibel ist.
Zu diesem Blogeintrag:
* Es ist sogar möglich mit nur einer TYPO3-Instanz beliebig viele Webseiten zu hosten und zu verwalten. Hierzu muss auf den Seitenzweig nur via Listenmodul ein Domain-Record angelegt werden.
* Hab schon mehrfach TYPO3′ler erlebt, die sich bei der falschen Schreibweise von TYPO3 angegriffen fühlen. Hier der entsprechende Link um sich diese “Randgruppe” vom Hals zu halten:
http://typo3.org/teams/design/style-guide/spelling-typo3-correctly/
Also bei mir klappt es so nicht! Du könntest vielleicht noch etwas zur Ordnerstruktur sagen. Ich hab nen Ordner “typo” und darin die zwei Ordner “typo3″ und “dummy”. Beim Aufruf von “typo3″ erhalte ich folgende Meldung: Cannot find configuration. This file is probably executed from the wrong location.
Beim Aufruf von “dummy” erhalte ich: Cannot find tslib/. Please set path by defining $configured_tslib_path in index.php.
Sehr seltsam. Ich probiers nochmal…
Ich versuch diesen Schritt mal in meine Worte zu verpacken.
Vorab: Es gibt 2 Möglichkeiten TYPO3 zu installieren.
(1) Webserver/-Space mit SSH Zugriff (besser!)
Hier wird ein Linux/Unix-System vorausgesetzt, denn TYPO3 arbeitet standardmäßig mit sogenannten Symlinks um bestimmte Ordner/Dateien nicht doppelt vorzuhalten und ein Update der Sourcen einfach zu gestalten.
Das “Dummy”-Verzeichnis wird aus der dummy-xyz.tar.gz entpackt, ebenso wie die typo3_src aus der typo3_src-xyz.tar.gz in das selbe gemeinsame Verzeichnis. Das entpacken findet direkt auf dem Server statt! Der Ordner dummy kann nun umbenannt werden, z.B. in “public”. In diesem befinden sich Order und die index.php die per Symlink auf das typo3_src verweissen. Sollten dummy und typo3_src die Versionsnummer gehabt haben, so läufts es schon.
(2) Windows-Webserver oder Webserver mit nur FTP Zugriff(bähh/pfui)
Hier ist die Sache ganz einfach, es wird NUR das Package “Source with Dummy site ZIP” benötigt, denn alle sonst als Symlink vorhanden Dateien/Order sind hier als Kopien hinterlegt. Hier läuft schon alles Out-of-the-Box. Entpacken – fertig!
Diese Variante hat aber gravierende Nachteile, u.a. ist das Updaten der Sourcen schwieriger und fehleranfälliger.
In der aktuellen Ausgabe der c’t werden die ersten Schritte in TYPO3 gezeigt, u.a. auch die Installation :-)
http://www.heise.de/ct/inhalt/2009/12/166/
Hallo,
Deine Erklärung hat mir sehr gut geholfen. Danke dafür – kurz und knackig. Nun läuft Typo3, erstmal mit einem Testtemplate.
Darf ich eine Frage stellen? Ich möchte nun 3 unterschiedliche Sites (unterschiedliche Templates & Inhalte, aber gleiche Extensions) installieren. Dazu las ich irgendwie, man könne auf einen Ordner per FTP, nennen wir ihn www/typo3, die SRC installieren und dann in einen Unterordner jeweils einen Ordner pro Website, für Templates und Co. Stimmt das? Das würde so aussehen:
www/typo3 –> Source-Paket
www/typo3/websites
www/typo3/websites/website1 –> Dummy1
www/typo3/websites/website2 –> Dummy2
www/typo3/websites/website3 –> Dummy3
Funktioniert das? Ist das überhaupt so erforderlich? Wie habt Ihr das in der FTP-Ordnerstruktur gelöst?
Grüße und Danke
Peter