The Crüxshadows @ Amphi-Festival 2012

Amphi-Festival 2012

Den Konzertbericht hat der Beste (Ragnar) geschrieben, die Fotos stammen von mir. ;)

An diesem Wochenende war es endlich wieder so weit, zum achten Mal öffnete das Amphi-Festival seine Tore am Kölner Tanzbrunnen, um mehr als 16.000 erlebnishungrige Besucher zu empfangen.

Samstag, 21. Juli 2012

Auch wenn die Deutsche Bahn mal wieder alles daran setze, unseren Start in das Wochenende zu verzögern, kamen wir fast pünktlich am Deutzer Bahnhof an. Schon hier trafen wir auf Scharen von Festivalbesuchern, gewandtet in alle Outfits, welche die düster-bunte Szene zu bieten hat. Natürlich führte uns unser Weg als allererstes zum Dunkelvolk-Stand gleich hinter dem Einlass, wo wir immer nette Menschen und gute Freunde treffen, welche die Besucher unermüdlich und hilfreich das ganze Wochenende über mit Informationen, Tipps und Utensilien wie Programmheften und Ohrenstöpseln versorgen.

Ein erster Rundgang über das bereits sehr gut gefüllte Gelände schloss sich an, auf dem wir vieles Vetraute und Bewährte vorfanden, was das Amphi zu einer zugleich internationalen wie auch familiären Veranstaltung macht. Man kann sich hier schon zu Hause fühlen.

The Wars @ Amphi-Festival 2012

Eisenfunk @ Amphi-Festival 2012

Ein paar Klangproben im Vorübergehen aufnehmen, The Wars und A Life Divided von der Main, ein paar Takte von Eisenfunk im Staatenhaus, dann machten wir uns zeitig auf ins Theater, um uns die Lesung von Oswald Henke anzuhören. Viele bekannte Gedichte und ein paar Eindrücke aus dem am 1. September erscheinenden vierten Buch von Oswald Henke gab es hier zu hören, und danach blieben wir gleich sitzen, um gespannt auf den Vortrag von Dr. Mark Benecke zu warten.

Oswald Henke @ Amphi-Festival 2012

Dr. Mark Benecke

Wer diesen Mann noch nicht erlebt hat, der hat etwas verpasst. Auch wenn es diesmal keine Käfer und Maden auf Leichenteilen in verschiedenen Stadien der Verwesung zu sehen gab, zog der Meister der Tatorte seine Zuhörer mit einer fesselnden Kriminalgeschichte aus der deutschen Provinz in seinen Bann. Ich kann nur jedem empfehlen, wenn sich einmal die Gelegenheit ergibt: hingehen, anhören! Ihr werdet es nicht bereuen.

Corvus Corax

Corvus Corax @ Amphi-Festival 2012

Nach einer kurzen Atempause am Dunkelvolk-Stand ging es an der Mainstage weiter mit dem gespannt erwarteten Auftritt der Könige der Spielleute: Corvus Corax. Zuletzt hatte ich sie vor ein paar Jahren auf dem Summer Breeze gesehen, wo sie noch mit dem Cantus Buranus-Programm unterwegs waren. Diesmal stand die Show ganz im Zeichen altnordischer Sagen.

HENKE

Nun war die erste wirklich schwere Entscheidung des Wochenendes gefragt: Camouflage oder HENKE? Angesichts der Ankündigung, ein Erben-lastiges Set zu präsentieren und meiner großen Neugierde, wie die Umbesetzung von Hanna Log zu Sonja Kraushofer sich live auswirken würde, wenn das congeniale Cover von David Bowies Helden zum Besten gegeben würde, fiel die Entscheidung auf HENKE.

HENKE @ Amphi-Festival 2012

Habe ich diese Wahl bereut? – Ja und nein. Es war ein tolles Konzert, die Stücke, teils im neuen, etwas rockigerem Gewand wie bei Kopfstimme deutlich zu hören, gingen tief unter die Haut. Aber am Ende saß ich doch etwas ratlos da und fragt mich wieder einmal: quo vadis, Oswald? Da kommt zu Abseits des Lichts Eva Morgenstern auf die Bühne und tanzt elfengleich ein wunderschön ästhetisches Ballet, welches das Stück vortrefflich unterstreicht. Doch zu ihrem zweiten Auftritt bei Spüren kommt sie halbnackt, im Schlüpper und mit hochgeknotetem T-Shirt auf die Bühne. Was, bitte, sollte das denn? Spärlich bekleidete Vortänzerinnen erwartet man vielleicht bei anderen Bands, aber bei HENKE?! Und auch der mit großer Spannung erwartete Auftritt von Sonja Kraushofer war eine derbe Enttäuschung. Außer, sich ein paar Papierflieger quasi selber auf die Schuhe zu werfen, zu den Klängen von Helden in einer unsäglich unvorteilhaften Presswurstpelle herumzuzucken und die so lieb gewonnene Hanna umso schmerzlicher vermissen zu lassen, hatte sie nichts zum Konzert beizutragen. Und so bleibt zum ersten Mal am Ende einer Performance von Oswald Henke ein fader Beigeschmack (siehe auch: in eigener Sache).

Nachdem wir anschließend von der undurchsichtigen Pressepolitik von Eisbrecher und den Foto-Restriktionen bei The Sisters of Mercy doch etwas bedient waren, ließen wir den Abend bei den Leuten vom Dunkelvolk ausklingen und machten uns auf den Heimweg. Morgen ist auch noch ein Tag. Und der sollte besser werden – viel besser!

Sonntag, 22. Juli 2012

Ungewöhnlich sonnig empfing uns der zweite Tag beim Amphi 2012 und ließ es zunehmend wahrscheinlicher werden, dass dieses Jahr Außergewöhnliches passieren würde: ein Amphi ohne nass zu werden! Standen wir in den letzten Jahren immer wieder unter der ungnädigen Fuchtel eines missmutigen Regengottes, wurden wir an diesem Wochenende von unschönen Wetterkapriolen verschont.

Leider musste ich vormittags noch anderweitige Pflichten erfüllen, so dass ich meiner Chefin erst ab dem frühen Nachmittag zur Seite stehen konnte. Dafür gab es heute aber auch meine Lieblingsbands in geballter Fülle zu sehen, und ein eifriges Hin- und Herpendeln zwischen Staatenhaus und Mainstage war die Folge.

Lord of the Lost @ Amphi-Festival 2012

Bei Lord of the Lost habe ich ganz offensichtlich etwas verpasst – aber die Jungs kommen ja bald als Support von der Letzten Instanz auf Tour.

Auch von Solar Fake, Aesthetic Perfection, The OtherWhispers In The Shadow und der Rammstein-Coverband Stahlzeit – die dem Original in nichts nachstehen! – findet ihr jede Menge Fotos in unserer Galerie am Ende des Artikels.

Aesthetic Perfection @ Amphi-Festival 2012

Stahlzeit @ Amphi-Festival 2012

Coppelius

Los ging es für mich mit dem ältesten Kammermusikensemble der Welt, Coppelius.

Coppelius @ Amphi-Festival 2012

Mehr oder weniger durch Zufall beim Amphi 2009 auf die Band aufmerksam geworden, lasse ich mir seither auf keinem Festival mehr ihre Auftritte entgehen.

Dennoch musste ich mich kurz vor Schluss dann doch losreißen, wollte ich doch auf keinen Fall die neuen Songs und die Kletterkünste von Roque verpassen, denn auf der Main luden die Crüxshadows zum Abtanzen ein.

The Crüxshadows @ Amphi-Festival 2012

18 Summers

Kaum atemlos zu Ende zugehört, schnell während des letzten Songs zurück zum Staatenhaus, denn hier galt es, eine persönliche Premiere zu erleben: niemals zuvor hatte ich 18 Summers live gesehen, auch nicht, als sie noch unter dem Namen Silke Bischoff auftraten und mit The Churchbells and the Razorblades die grandiose Hymne einer ganzen Generation düster-melancholischer Gothen aufnahmen. Mit betörend schöner Stimme und überwiegend ruhigen Songs ein Ausflug zurück in frühere Tage, düstere Stunden und lange Nächte. Da musste ich mich am Ende schon schütteln, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen.

18 Summers @ Amphi-Festival 2012

Mono Inc.

Und da kam es gerade recht, dass seit ein paar Minuten draußen die Truppe von Mono Inc. ihr Set zum Besten gab. Mitreißende Songs zum Tanzen und Mitsingen, ganz egal, ob man den Text nun kennt oder nicht, und eine Band, die es versteht, immer wieder ihr Publikum auf einizgartige Weise einzubeziehen und zum Mitmachen zu animieren. Was tut man nicht alles, damit man auf MonoIncTv gut aussieht: wir sind die Folge 136!

Mono Inc. @ Amphi-Festival 2012

Blutengel

Dezent untrue für einen Angel of the Dark freute Chris Pohl sich denn über das sonnige Sommerwetter beim Auftritt von Blutengel, und aufgrund diverser Terminkollisionen hieß es für uns dann auch schon Abschied nehmen vom Amphi-Festival und den vielen Freunden, die wir dort wiedergetroffen haben.

Blutengel @ Amphi-Festival 2012

In eigener Sache

Vieles auf dem Amphi ist im nunmehr achten Jahr vertraut und familiär. Besonders positiv ist mal wieder die friedliche Stimmung hervorzuheben.

Das ein oder andere Kopfschütteln bleibt natürlich nicht aus. Wie sollte es auch, wenn man einen Vater sieht, der während des Auftrittes der Crüxies seinen vielleicht vierjährigen Sohn auf den Schultern vor die Bühne trägt – ohne Gehörschutz?! Die Idee mit den Schließfächern am Eingang ist wirklich zu begrüßen, und auch ich hatte schon daran gedacht, vielleicht eines zu belegen, um Schirm und Regenjacke zu verstauen. Doch dann bekamen wir von anderen Besuchern mit, dass beim Öffnen das Geld weg ist, und man erneut zahlen muss, wenn man wieder abschließen will. Wer da zwei statt einen Euro eingeworfen hatte war gleich doppelt bestraft, denn auf den Schließfächern stand lediglich, einen oder zwei Euro einwerfen – und nicht dass das Geld dann auf Nimmerwiedersehen dahin ist.

Tja, und Herr Henke… ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll. Erst ist Hanna nicht mehr dabei, dann wird ein Album in drei Teilen veröffentlicht und der geneigte Fan darf dreimal löhnen, wenn er das Werk komplett haben will, und schließlich verkauft Oswald sich und seine Band häppchenweise über Facebook, wo man Teilnahmen an Proben und Grillabende mit der Band ersteigern kann. Okay, irgendwie muss man seine Produktionskosten zusammen bekommen, und Bands wie ASP sind da noch weit skrupelloser, was Sonderausgaben hier und Limited Edition da und noch eine Version und noch eine angeht. Aber irgendwie will das nicht zu dem Menschen Oswald Henke passen, der hinter so vielen wundervollen Projekten steht.

Aber genug gejammert, es ist schön zu sehen, wie sich das Amphi von Jahr zu Jahr im Detail verbessert, um auch bei der neunten Auflage seinen Besuchern ein tolles Wochenende zu bieten.

In diesem Sinne, bis nächstes Jahr!

Fotogalerie

Geschrieben von neontrauma

Hej! Ich bin Anne aka neontrauma, 27, wohne in Leverkusen & arbeite als Webdesignerin in Köln. Mein Herz schlägt für Fotografie & Webdesign, Sport, Hunde & den Besten... möchtest du mehr erfahren? Du findest mich übrigens auch auf Google+ (mein persönliches Profil), Google+ (neontrauma.de auf G+), Twitter und Instagram.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>