So, seit Längerem gibt’s heute mal wieder einen Artikel für die Grafik-Sektion. :-)
Und zwar wird der Weißabgleich mal etwas genauer unter die Lupe genommen: er dient dazu, beim Fotografieren die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichtes am Aufnahmeort zu sensibilisieren. Sprich, damit eure Bilder auch bei verschiedenen Lichtverhältnissen immer so aussehen wie in der Realität und nicht etwa blau- oder gelbstichig werden.
In der analogen Fotografie verwendet man entsprechend den Lichtsituationen verschiedene Filme, zum Beispiel Tageslicht- oder Kunstlichtfilme. Außerdem kann man mit Farbfiltern arbeiten, die man am Objektiv befestigt.
kamerainterner Weißabgleich
Bei der Digitalfotografie schaut das etwas anders aus: hier führt man den Weißabgleich kameraintern bei der Aufnahme durch.
Das heißt, man wählt zunächst zwischen drei Möglichkeiten aus: automatischer Weißabgleich (die Kamera versucht, die Farben automatisch korrekt zu berechnen – bei schwierigen Beleuchtungsverhältnissen, etwa bei Dämmerlicht, versagt dies aber meistens), halbautomatischer Abgleich (hier wählt man aus verschiedenen Programmen wie Kunstlicht, bewölkter Himmel, Unterwasser usw. aus) oder manueller Abgleich.
nachträglicher Weißabgleich
Eine andere Möglichkeit ist es, den Weißabgleich im Nachhinein mit einer Bildbearbeitungssoftware zu korrigieren. Hier kann man entweder aus den vorgegebenen Lichtsituationen wählen (wie bei der Kamera selber gibt es auch hier verschiedene Optionen wie etwa Tageslicht oder Blitzlicht), oder den Weißabgleich manuell vornehmen.
gemischtes Licht
Eine typische Situation, mit der die Automatik der Kamera nicht hundertprozentig umzugehen weiß, wäre etwa ein Zimmer, in dem eine Lampe (Kunstlicht, 2800-3200 K) eingeschaltet ist, während von draußen Tageslicht (etwa 5600 K) durch das Fenster fällt.
Hier gibt es kein “Richtig” oder “Falsch” beim Weißabgleich, sondern es kommt darauf an, was man aus einem Foto machen möchte. Sollen die Farben eher kühl wirken, orientiert man sich an der Farbtemperatur des Kunstlichts; sollen sie warm ausfallen, verwendet man die Kelvin-Werte für Tageslicht.
verschiedene Kelvin-Werte
Im Folgenden findet ihr eine Übersicht über die Farbtemperatur unterschiedlicher Lichtsituationen:
- Kerzenlicht – 1500 K
- 40 W-Glühbirne – 2680 K
- 200 W-Glühbirne – 3000 K
- Halogenlampe – 3200 K
- eine Stunde vor der Dämmerung – 3200 K
- Mondlicht – 4000 K
- Tageslicht, sonnig – 5500 K
- Foto-Blitz – 5500 K bis 6500 K
- bedeckter Himmel – 6500 K – 7500 K
- blauer Himmel – 9000 K bis 12000 K
- Hochgebirge bei Sonne – 15000 K
