Online-Portfolios als Webseiten, auf denen jemand seine Fotografien und/oder sonstigen Werke wie Zeichnungen, Layouts, Fotos von Printprodukten etc. ausstellt, hat vermutlich jeder schon einmal gesehen. Und ebenso vermutlich hat jeder auch schon einmal über ein besonders ästhetisch gestaltetes Portfolio gestaunt oder irritiert vor einem unübersichtlich zu durchsuchenden Portfolio gesessen. Auf was kommt es also bei der Portfolio-Erstellung an? Was macht ein gutes Portfolio aus? Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, um ein Portfolio anzulegen?
In diesem Artikel werde ich auf die verschiedenen Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten für ein solches Portfolio eingehen. Im Anschluss daran seid ihr herzlich eingeladen, euren Senf dazu abzugeben. :o)
das Layout
Zunächst betrachten wir das Layout der Webseite, die das Portfolio beheimatet. Das Bild soll hier ja eindeutig im Vordergrund stehen, präsentiert werden. Da liegt es auf der Hand, dass die Gestaltung der Webseite nicht vom Foto ablenken sollte – schlichte, dezente Layouts sind hier also zu empfehlen. Aufwendig gestaltete Headergrafiken können zwar auch viel über das designerische Können verraten und die Seite individueller wirken lassen, aber sie sollten den Betrachter keinesfalls vom eigentlichen Inhalt ablenken. Dunklere Grautöne eignen sich gut als Farben für das Layout, wie man beispielsweise in der fotocommunity sehen kann.
Gerade bei großen Fotos ist es wichtig, auf die Darstellung bei niedrigeren Auflösungen zu achten. Nicht jeder besitzt einen so großen Monitor wie viele Designer und Fotografen, und auch bei einer Auflösung von 1024×768 sollte das Layout noch stimmig sein. Auch die Dateigröße und somit die Ladezeit sollte man immer im Auge behalten.
Last but not least: dass Werbeeinblendungen ein höchst unprofessionell wirkendes No-Go sind, brauche ich hier wohl nicht eigens zu erwähnen. ;-)
Anzeige der Bilder
Wie sollen die Bilder nun präsentiert werden? Soll auf der Startseite das jeweils neuste Foto großformatig angezeigt werden oder möchte ich den Besuchern mit lauter kleinen Thumbnails (das sind verkleinerte Versionen der Bilder) gleich eine Übersicht über all meine Werke bieten? Sollen die Bilder nach verschiedenen Kategorien sortiert werden, oder nur chronologisch?
Im Falle von Thumbnails kann man zwischen verschiedenen Formaten wählen. Proportionale Verkleinerungen belassen das Bild bei seinem ursprünglichen Seitenverhältnis und verzerren oder beschneiden es dadurch nicht, aber wenn man verschiedenformatige Bilder hat, gerät eine solche Thumbnailgalerie leicht unsymmetrisch und chaotisch. Ästhetischer wirkt es, wenn die Thumbnails alle die gleiche Größe aufweisen, beispielsweise quadratisch. Hierbei bevorzuge ich es, wenn ein Ausschnitt aus dem Originalbild generiert wird – dass bei der Thumbnailansicht ein Stück vom Bildausschnitt fehlt, finde ich erstmal nicht allzu tragisch, es geht ja nur um einen schnellen ersten Eindruck.
Als nächstes muss man sich überlegen, wie man vom Klick auf das Thumbnail zur Anzeige der Originalgröße gelangt. Am einfachsten ist es hierbei, die Originalversion des Bildes in einem neuen Fenster zu verlinken – aber das ist schnöde und ziemlich hässlich. Hier bietet sich vielmehr der Einsatz von etwas JavaScript an – Stichwort Lightbox, Highslide und wie sie alle heißen. Auf diese Weise kann man einen eleganten Effekt realisieren, sodass sich etwa beim Klick auf das Thumbnail der Bildschirm verdunkelt und stattdessen das große Foto eingeblendet wird, ähnlich einer Diashow.
zusätzliche Infos
Zu einem Bild kann man weitaus mehr Informationen bieten als einfach nur die Bilddatei samt Titel und eventuellen Anmerkungen. So lassen sich beispielsweise die EXIF-Daten auslesen, die von der Kamera automatisch mitgespeichert werden und Angaben zum Kameramodell, den verwendeten Einstellungen wie Belichtungsdauer oder Blendenöffnung, dem Aufnahmedatum etc. beinhalten. Schlagworte (Tags) erleichtern das Auffinden von Bildern in umfangreicheren Portfolios.
Was davon nun eher überflüssiger Schnickschnack ist und was ein Portfolio wirklich bereichert, ist meistens eine recht individuell zu treffende Entscheidung.
Ebenso gilt das für die Überlegung, ob man eine Kommentar- und/oder Bewertungsfunktion anbieten möchte.
hinter den Kulissen
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man sein Portfolio auf technischer Seite realisieren will. Das hängt zum Einen vom Umfang der zu präsentierenden Bilder ab, als natürlich auch vom eigenen Kenntnisstand in Sachen Webdesign und den persönlichen Vorlieben. Rein theoretisch spricht natürlich nichts gegen ein statisches Portfolio, in dem jedes Bild manuell ins HTML eingebunden wird. Komfortabler ist da aber natürlich der Einsatz eines Content Managament Systems – gute Erfahrungen habe ich persönlich hierbei mit WordPress gemacht sowie mit Pixelpost, einem eigens für Bilder gedachten Blogsystem. Für WordPress gibt es mittlerweile zahlreiche Themes und Plugins, die sich speziell an Portfolios richten.
Natürlich könnt ihr euer Theme aber auch individuell erstellen lassen, etwa von einer Agentur für webdesign.
… und eure Meinung?
Auf was legt ihr beim Betrachten eines Online-Portfolios wert? Welche Portfolios gefallen euch besonders gut?
Besitzt ihr vielleicht selbst ein Portfolio und wenn ja, wie habt ihr es in technischer Hinsicht realisiert?







neontrauma, 23 Jahre alt, Studentin und freiberufliche Webdesignerin, liebt Coding & Fotografie und wohnt in Leverkusen.