private Webseiten im Wandel

Ebenso wie das Internet als Ganzes sich stetig weiterentwickelt und verändert, haben sich auch der Charakter und das Erscheinungsbild der privaten Homepages, sogenannter Personal Sites, gewandelt.

Anlass für einen kleinen Rückblick auf die letzten vier, fünf Jahre, die ich mich nun mit dem Thema Website-Erstellung beschäftige. Was hat sich getan? Was ist neu und was wurde über Bord geschmissen? Welche Trends und Tendenzen zeichnen sich ab?

ausgereiftere Layouts

Die offensichtlichste und auf den ersten Blick erkennbare Veränderung betrifft das Layout: waren die Seiten um das Jahr 2003 herum meist recht einfach gestaltet, mit animierten und verpixelten Grafiken als dem Highlight schlechthin, so ist die Qualität der Designs seitdem deutlich gestiegen.
Sowohl die eingesetzten grafischen Elemente als auch die Schriftgestaltung sind nun in der Regel auf einem wesentlich höheren Niveau angekommen.

Webdesign wird massentauglich

Auch die technische Umsetzung, sprich das Coding der Seiten, hat sich stark verbessert. Dies mag zwei Gründe haben: zum Einen ist das Thema Webdesign massentauglich geworden. Es sind nicht mehr nur die Geeks, die am Quellcode herumbasteln; Website-Erstellung hat sich zu einem weitverbreiteten Hobby gemausert. Dadurch ist nicht zuletzt die Anzahl der verfügbaren Anleitungen und Tutorials enorm angestiegen, was beim Erlernen auch umfangreicherer Techniken hilft.
Zum anderen bietet der Markt mittlerweile eine Vielzahl an Fertig-Systemen, so etwa WordPress, die auch ohne tiefgehende Codingkenntnisse technisch anspruchsvolle Seiten ermöglichen.
Vor einigen Jahren war mit den verfügbaren Baukasten-Angeboten – wir erinnern uns an Beepworld und Co. – an eine qualitativ hochwertige Seite nicht zu denken.

CMS

A propos WordPress: der Trend geht eindeutig zum Einsatz vom Content Management Systemen (CMS). Ob nun WordPress, Joomla, Typo3 oder sonstige Systeme – immer öfter findet man diese auch im Rahmen privater Webseiten.
Die dadurch bedingte Trennung von Inhalt und Layout führt zu einer stärker werdenden Trennung von Anwendern und Entwicklern – längst muss nicht mehr jeder, der über eine Homepage verfügt, auch Ahnung von der dahinterstehenden Technik haben.

bloggen

Wohl im Zusammenhang mit der wachsenden Verbreitung von Content Management Systemen – allen voran WordPress – steht die Tatsache, dass sich Blogs einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen. War es vor einigen Jahren noch etwas Besonderes, wenn jemand auf seiner privaten Webseite mehr oder minder regelmäßig Tagebuch führte, kommt heutzutage kaum noch eine Seite ohne Blog aus. Nicht selten stellen die statischen Inhalte mittlerweile sogar nur noch eine nette, aber nicht allzu umfangreiche Beigabe zum Blog dar, was nun das eigentliche Herzstück der Seite bildet.

Blogs haben den unbestreitbaren Vorteil, dass sie (zumindest in der Theorie ;-) ) regelmäßig neuen Inhalt liefern – und den Besuchern somit einen Anreiz bieten, öfter mal auf der Seite vorbeizuschauen. (Auch die Suchmaschinen bewerten es durchaus positiv, wenn die Inhalte einer Seite in regelmäßigen Abständen erweitert werden.)

Social Network

Dieser Trend zum Immer-Aktuell-Sein geht aber noch weit über das Bloggen hinaus: immer häufiger findet man externe Dienste wie etwa last.fm (“now playing: …”), twitter (“gerade mache ich…”) oder die zuletzt hochgeladenen Bilder des eigenen Flickr-Accounts eingebunden. Solche Gimmicks waren vor einigen Jahren noch nicht möglich, da die entsprechenden Web 2.0-Services schlicht noch nicht existierten.

Interaktivität

Last but not least hat das Kommunikationsmodell einen Wandel erfahren:
vor einigen Jahren hatte man das klassische Sender-Empfänger-Modell: der Webmaster als Sender veröffentlichte Informationen, die die Seitenbesucher lasen – fertig. Heutzutage, zur Zeit des “Mitmach-Webs”, handelt es sich vielmehr um eine Anschluss-Kommunikation: die Interaktivität, insbesondere in Form der Kommentarfunktion, ermöglicht es den Lesern, auf die Beiträge des Webmasters zu reagieren und Feedback abzugeben.

Unterm Strich kann man also feststellen, dass die privaten Webseiten immer komplexer und ausgereifter werden und sich somit den Anforderungen anpassen, die der wachsende Einfluss von Internet und die Kommunikation über selbiges stellen.

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5 Gedanken zu “private Webseiten im Wandel

  1. hej
    sehr interessanter artikel und ich bin in allen punkten der gleichen meinung..obwohl man ja immer mal wieder auf eine webseite stößt, die aussieht als wär sie vor 4-5 jahren erstellt worden^^ das schlimmste find ich da dann die farbzusammenstellungen, eben das was man so von windows kannte (fuchsia und wie sie alle heißen) *schreck*
    lg

  2. Wirklich interessanter Artikel. =)
    Und ich kann auch nur zustimmen… 2004 in etwa hatte ich selbst eine Seite, auf der ich einfach nur Bilder veröffentlicht habe… Die wurde aber schnell viel zu langweilig. So ein Blog bleibt da auf Dauer dann doch schon interessanter… ;D

  3. sehr guter Artikel – Kompliment. Was noch ergänzend erwähnt werden sollte ist die Tatsache, dass die neuen Medien immer öfter auf privaten Seiten zu finden sind – Videos zum Beispiel. Und immer mehr Leute interessieren sich für die Suchmaschinenoptimierung – auch für ihre privaten Seiten.

    lg, Wolfgang