Bloggen

Verleitet Bloggen zur Oberflächlichkeit?

Hier bloggt neontrauma / Anne:

Ich bin Anne Schwarz, 29 Jahre alt. Ich arbeite in Köln und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze noch in Leverkusen, bald wieder auf dem Land. Das ♥ schlägt für die Fotografie & das Schreiben. Möchtest du mehr erfahren?

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16 Kommentare

  1. Als Modebloggerin kann ich sagen, dass Bloggen auf jedenfall zur Oberflächlichkeit verleitet und vielmehr auch zur einer Sucht immer mehr haben zu wollen. Man will den Lesern auch etwas bieten, nicht immer nur die selben abgelatschten Sneaker und ausgewaschene Jacke zu präsentieren sondern mehr und Anderes. Man klatscht dann son Text zwischen die Bilder, liest eh keiner. Die Bilder werden nur angeschaut, erzählt vielleicht noch eine lustige persönliche Geschichte wie es beim Shooting war, woher man die tolle Tasche hat, das die Verkäuferin so unfreundlich war. Mein alter Blog hatte kein Mehrwert bzw. nicht den, den ich erwartete als ich ihn eröffnete. Mode ist toll und macht auch Spaß aber die wenigsten Modeblogs haben auch Mehrwert, man denkt nach, wird inspiriert, kauft vielleicht die selbe Tasche nach. Aber im großen und ganzen und das kann ich auch von mir sagen schaue ich mir die Bilder an, lese mir den Text durch und denke mir „schöne Story, schickes Outfit. Next“. Das klingt böse, ist es aber gar nicht. Was soll man den groß zu den Bildern schreiben? Schickes Outfit, tolle Inspiration, wunderbar wie du den blauen Rock mit dem pinken Oberteil kombiniert hast. Das alles ist so Oberflächlich. Natürlich freue ich mich auch über solche Kommentare auf meinem Blog, aber die großartigsten Kommentare, die die mich voran bringen, mir Motivation schaffen weiter zu machen sind jene, die länger und nachdenklicher sind, zu anderen Themen, nicht zur Mode, die eine Geschichte erzählen, die etwas persönliches haben, mir vielleicht auch Mut oder einfach nur ein Lächeln schenken. Mode ist und das sage ich auch wenn ich zum teil eine Modebloggerin bin Oberflächlich. Das ist einfach so und das ist gar nichts schlimmes.

  2. Anne, eine Frage, die sich in meinen Augen nicht einfach so beantworten lässt.

    Jeder Blogger hat seinen Stil, der eine liefert eine Menge Info und geht sehr auf ein Thema ein. Solch ein Blog wird dann wohl i.d.R. Leser haben, die genau das suchen. Ein Fashionblog hat sicherlich Leser, die nicht so viel Wert auf das Geschriebene legen. Sondern da stehen die Bilder im Vordergrund.

    Mehrwert ist sicherlich ein Thema, der eine Leser findet diesen im Text, der andere in Bildern.

    Eine generelle Oberflächlichkeit kann ich nicht feststellen, bin aber nicht lange genug dabei um das beurteilen zu können. Ich lese sehr viel und bin immer auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen und kann allerdings schon sagen, dass es Blogs gibt, die mich vom Schreibstil und auch von der Art der Posts überhaupt nicht ansprechen. Das ist darin begründet, dass es optisch nicht ansprechend ist oder auch an schlechten Texten.

    Eine generelle Oberflächlichkeit würde ich verneinen. Aber ja, es gibt Blogs, die kratzen immer nur an der Oberfläche – aber auch die haben ihre Leser.

  3. Ich denke es liegt nicht an der Tätigkeit des „Bloggens“ sondern an jedem einzelnen Blogger.

    Viele Menschen denken sich gerne den „Prototyp des Bloggers“, aber nach meiner Erfahrung gibt es genauso oberflächliche Blogger wie sehr tiefgründige (also jetzt nur menschlich gesehen und nicht negativ gemeint).

    Wenn jemand nicht so tiefgründig schreibt, liegt das nicht unbedingt am Medium Blog. Wenn ich mir anschaue was ich so schreibe würde ich viele meiner Artikel auch eher auf der „oberflächlichen“, leicht zu lesenden Seite einordnen. Da ich manchmal z.B. auch nur einige Zeilen schreibe und der Rest dann Fotos sind.

    und mal ganz erhlich, mir sind auch schon sehr „tiefgründige“, Blogs untergekommen die man einfach nicht lesen konnte. Da bevorzuge ich unterhaltsamere Blogs.

    Was zur Oberflächlichkeit verleiten kann, ist der Druck „ich muss noch einen Artikel diese Woche schreiben, den sich einige Blogger machen. Auch SEO-Gedanken können einen Blogartikel sehr oberflächlich und unpersönlich machen. Ich denke da an einige Firmen die schnell geschriebene Blogs haben, nur um Keywords zu verankern und die versuchen auf der „content-Marketing-welle“ mitzuschwimmen.

    Beste Grüße

  4. Ich finde auch, dass man schon aufpassen muss, nicht oberflächlich zu werden.
    Schnell einen neuen Beitrag schreiben, veröffentlichen, gut. Das ist eben total einfach und schnell gemacht und es sieht nach Aktivität auf dem Blog aus. Unterm Strich hat aber niemand etwas davon. Das muss man lernen und wissen. Das Moto lautet auch hier „weniger ist mehr“. Oder „wenn dann richtig“ und nicht einfach was hinrotzen, dass etwas geschrieben wurde.

    Diese Diskussion hatte ich letztes Jahr mit 2 Jungs, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Wir kamen auf keinen grünen Zweig und haben und deshalb getrennt, denn ihnen war ständige Aktivität (neue, oberflächliche Beiträge) wichtiger als der Mehrwert. Mir nicht.

    Schöne Grüße,
    Marc

  5. Danke für diesen tollen Beitrag! Das ist wirklich ein interessantes Thema, über das ich mir auch schon Gedanken gemacht habe. Einerseits glaube ich, dass Oberflächlichkeit kein „Kennzeichen“ des Mediums Blog ist – schließlich sind viele Zeitschriften auch nicht gerade tiefgründiger als die meisten Mode- und Beautyblogs.

    Aber andererseits ist man als Bloggerin unabhängig. Anders als eine Zeitschrift oder ein großes Online-Mag kann man das schreiben, was man möchte, man hat eine ganz eigene Stimme und muss nicht zwingend Rücksicht darauf nehmen, dass man irgendwelche Business-Partner verprellt. Man kann sich ausprobieren, denn anders als bei einer Zeitschrift hat man vorher nicht viel Geld in den Blog hinein investiert. Leider machen das so wenige – die meisten BloggerInnen passen sich an, fröhnen auf ihren Blogs dem Konsum und schreiben wenig, das wirklich tief geht und inhaltlich ist, und ich finde das so schade! Ein Blog bietet gerade die Möglichkeit, kreativ zu sein und auch mal gegen den Strom zu schwimmen, aber oft werden Blogs nur zu oberflächlicher Selbstdarstellung verwendet.

    Wie du glaube ich auch, dass es keine oberflächlichen Themen gibt, nur eine oberflächliche Umsetzung. Aber diese oberflächliche Umsetzung häuft sich in manchen Blog-Genres und das finde ich schade.

  6. Ich finde nicht das Bloggen zur Oberflächlichkeit verleitet! Wenn Personen von ihren Beauty- Geheimnissen berichten werden sie oft als Oberflächlich eingestuft, obwohl das meist überhaupt nicht zutrifft! Denn diese Blogger wollen lediglich fremden Leuten inspiritionen geben,was sie mit sich selbt anstellen können mit den richtigen Mitteln! Viele Leute sind gerade diesen als Oberflächlich eingestuften Bloggern sehr Dankbar!

  7. Eine schwierige Frage. Einerseits verleitet Bloggen sehr zur Oberflächlichkeit: das beste Design, die tollsten Fotos – das will der Leser sehen. Inhaltlich gesehen muss ich sagen, dass ein Blog noch so schick sein kann – wenn die Texte ‚leer‘ sind, verliere ich schnell das interesse. Es ist also zum Teil so, dass das Bloggen oberflächlich macht.

  8. Ich glaube, man merkt schon recht schnell, ob ein Beitrag sorgfältig und gründlich erstellt wurde. Am Thema an sich lässt es sich für mich auch nicht festmachen. Mich interessieren Mode, Produkttests u. ä. nicht so dolle. Ich käme aber deswegen nicht auf den Gedanken, einen solchen Beitrag als oberflächlich zu betrachten.

    Manch kürzeren Blogartikel finde ich tiefgründiger und interessanter, als so contentproduzierende „Guru“ Beiträge a là: „Diese 10 Punkte müsst ihr unbedingt beachten, um Erfolg zu haben“. Oder „warum Beiträge mit weniger als 1000 Wörtern ganz schlecht sind.“ Natürlich kann und will ich aber auch da nicht verallgemeinern.

    Bei Twitter und Co. sehe ich schon eher die Gefahr, dass Gespräche mehr an der Oberfläche statt finden. Aber man kann dann ja abtauchen.

  9. Ja, bloggen verleitet dazu.
    (Ich finde persönlich fallen auch die vielen gestellten Bilder auf Instagram und Co. darunter)

    Aber ich glaub, auch viele User lesen nur oberflächig. Im Sinne, dass sie sich nicht wirklich mit dem Inhalt beschäftigen wollen. Irgendwie so ^^

    Das macht es auch irgendwie nicht einfacher :D

  10. Hm, ich finde die Frage schon ein bisschen, doof gestellt, weil sie schon in eine bestimmte Richtung drängt – „verleiten“ gibt die negative Bewertung der Oberflächlichkeit schon vor (man wird dazu verleitet eine Sünde zu begehen, man lässt sich vom Weg abbringen, weil man verleitet wurde, etc.) – dabei ist Oberflächlichkeit an sich ja noch nichts schlimmes. Sie ist ja auch immer der Anfang vom tiefergehenden Begreifen – und außerdem kann man auch bewusst nach oberflächlichem suchen, zum Beispiel als Ausgleich zu den tiefergehenden Fragen, die man sich sonst im Leben stellt.
    Von daher sehe ich gerade Beauty- und Fashion-Blogging als gewollten/gesuchten Ausgleich für Leute, die sich in anderen Bereichen ihres Lebens viele Gedanken machen müssen (oder wollen). :)

  11. Autor

    Ich finde es total interessant, wie viele verschiedene Meinungen hier in den Kommentaren vertreten sind! Von „ja, auf jeden Fall verleitet Bloggen zur Oberflächlichkeit“ über „es kommt drauf an“ bis hin zu „nein, finde ich gar nicht“ – ist gar keine so leichte Fragestellung. Und auch die Frage, was genau denn nun oberflächlich bedeutet und ob das tatsächlich so schlecht ist… :)

  12. mehrere tausend mal gelesen? WOW. das ist schon beachtlich.
    dem rest stimme ich weitgehend zu. ich denke, man merkt, ob jemand mit vollem herzen und mit leidenschaft bei der sache ist oder ob man es nur macht, weil es cool ist oder man anerkennung oder geld damit verdienen will. diese blogs halten sich auch nicht, weil die autoren meist schnell merken, wieviel aufwand dahintersteckt.
    die unterscheidung in inhaltliche und operative oberflächlichkeit teile ich auch, auch wenn ich es nicht so definiert in worte hätte fassen können. ansonsten ist wohl bereits alles gesagt ;)

  13. Ich denke, Bloggen ist ein Teil des Online-Journalismus, der schon auf eine gewisse Weise gegenüber dem Print-Journalismus deutlich oberflächlicher ist. Ein Online-Text ist schnell geschrieben, schnell veröffentlicht und schnell korrigiert. Und während Blogs oder Online-Magazine eine gewisse Geschwindigkeit brauchen, dauert die Print-Produktion teilweise Wochen. All das führt zu mehr Gründlichkeit im klassischen Journalismus. So sieht man auch an den großen Publikationen, dass sie ihren Online-Bereich gerne stiefmütterlich behandeln (Spiegel Online hat mal eine Freundin zu ihrer Arbeit interviewet und ziemlich viel Blödsinn geschrieben, den sie nachher wieder ausbaden musste). Das ist alles sehr schade. Ich mag die Schnelligkeit des Online-Journalismus nämlich sehr. Print ist teilweise schon ganz schön lahm.


  14. Als noch recht neues Mitglied der Blogosphäre kann ich dir nur zustimmen. Ich versuche in meine Beiträge sehr viel Herzblut hereinzustecken, um meinen Lesern ein bisschen was von mir zu erzählen und ihnen gleichzeitig schöne Texte, Rezepte etc. zu bieten. In meinem Blogfeed landen eher Blogs, bei denen ich merke, dass da auch Persönlichkeit hintersteckt und ich nicht nur von perfekten Hochglanzbildern geblendet oder für irgendeinen Artikel umworben werden soll. Sicherlich ist es bei der Vielzahl an Blogs, schwierig herauszustechen, aber letztlich gibt es verschiedene Typen Leser und somit sollte für jeden das passende dabei sein. Meiner Ansicht gibt es sicher auch oberflächliche, kommerziell ausgerichtete Blogs, doch diese sollten nicht verallgemeinert werden.

  15. Dazu kann ich nur beitragen, dass bloggen wirklich bei den meisten Richtungen zur Oberflächlichkeit verleitet. Leider denken einige man muss möglichst viel und andauernd etwas neues präsentieren, ansonsten wird es den Lesern ja langweilig. Viele vergessen sich selbst dabei.

    Jya.

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